TRINKWASSERCHRONIK
|
 |
1394 |
 |
Ein Wasserrad mit einer
Förde- rkapazität von bis zu 68 m³ in der Stunde wird in
Betrieb genommen. Die Stadt hat zu dieser Zeit ca. 20.000
EinwohnerInnen. |
|
 |
|
1742 |
|
Das Wasserrad wird neu gebaut.
Es fördert jetzt 1660 m³ am Tag. |
|
 |
|
1800 |
|
Bremen ist inzwischen auf
30.000 EinwohnerInnen angewachsen. Die hygienischen Verhältnisse werden
immer problematischer, da von den ca. 4000 Gebäuden nur 450 an eine
zentrale Wasserversorgung (u.a. das Wasserrad) angeschlossen waren. Der
Wasserbedarf beträgt pro Haus ca. 30 Eimer (360 Liter) am Tag. |
|
 |
|
1822 |
|
Nach ca. 400 Jahren
Betriebszeit hat das Wasserrad ausgedient und wird durch eine Pumpe mit
Pferde- antrieb ersetzt, die knapp 500 m³ am Tag fördern soll.
Leider beträgt die Fördermenge nur 200 m³. Dies kann der
sprunghaft ansteigenden Einwohnerzahl kaum gerecht werden.
|
|
 |
|
1873 |
|
Endlich wird das ersehnte
Fluss- wasserwerk auf dem Stadtwerder in Betrieb genommen. Es hat eine
Kapazität von 1,5 Mio. m³ pro Tag und versorgt über eine
allgemeine Wasserleitung die inzwischen 88.000 EinwohnerInnen zentral mit
gereinigtem Weserwasser. Sicht- bares Zeichen dieses Fortschritts ist der
Wasserturm - die umgedrehte Kommode. |
|
 |
|
1935 |
|
Die Weser wurde ab 1900 durch
die Abwässer des Kalibergbaus im Werragebiet immer salziger. Aus diesem
Grund wurde ab 1935 über die 200 km lange Harzwasserleitung Trinkwasser
aus der Sösetalsperre nach Bremen transportiert und mit dem Wasser der
Weser vermischt. In der nachfolgenden Zeit wurden die 300.000 EinwohnerInnen
immer weniger mit Weserwasser sondern mit Grundwasser und Wasser aus dem Harz
versorgt. |
|
 |
|
1965 |
|
Die Versorgung mit Wasser aus
der Sösetalsperre und damit aus dem Harz endet, stattdessen fließt
nun Grundwasser aus den Wasser- werken Liebenau und Schneeren durch die
Harzwasserleitung. |
|
 |
|
1983 |
|
Die Nutzung des Weserwassers,
das zuletzt nur noch einen Anteil von 20 % am Trinkwasser aus- machte, wird
aufgegeben. Die Belastung der Weser mit Salzen und giftigen Stoffen u.a. aus
dem Kaliabbau macht eine Trinkwasser- gewinnung unvertretbar. Ab diesem
Zeitpunkt erhalten die BremerInnen 100 % Grundwasser aus Bremen und
Niedersachsen (Trinkwasserherkunft). |
|
 |
|
1998 |
|
Einige der Kalibergwerke im
Werragebiet wurden inzwischen geschlossen, für die verbleibenden gelten
nun strengere Vorschriften zur Abwasserbeseitigung. Die Weser erholt sich und
die Salz- belastung sinkt auf ein Drittel. Die Stadtwerke Bremen unternehmen
in diesem Jahr einen 1jährigen Ver- such zur Trinkwassergewinnung aus
der Weser. Das Experiment ergibt, dass 30 % des Bremer Trink- wassers
zukünftig wieder aus der Weser gewonnen werden könnten. Es muss zwar
wegen des ver- bleibenden Salzgehaltes mit Grund- wasser vermischt
werden, hält aber nach der Aufbereitung alle anderen erforderlichen
Grenzwerte ein. Die Nitratwerte sind sogar deutlich besser als die Werte
einiger Grund- wasserbrunnen. Einer Nutzung der Weser als
Trinkwasserressource steht also nichts mehr im Wege. |